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GPS im Sicherheitsdienst: Eine Frage der Kontrolle

GPS im Sicherheitsdienst: Eine Frage der Kontrolle

06.06.2019

GPS im Sicherheitsdienst – wenn der Wächter überwacht wird

Ich tippe etwas in mein iPhone ein. Ohne Vorwarnung erscheint auf dem Display ein Hinweis und überdeckt den eigentlichen Inhalt. „Darf die App auf deinen Standort zugreifen?“ Nett, dass die App fragt und mich vertraulich duzt. Trotzdem: Natürlich nicht! Also wähle ich die Option „Nicht erlauben“. GPS und Bluetooth schalte ich vorsichthalber auch komplett aus. Denn sowas nervt. Als würde man von einem unsichtbaren Sicherheitsdienst überwacht.

Spätestens im Auto merke ich, dass die Ortungsfunktion in einigen Fällen doch sinnvoll ist. Denn ich nutze mein Smartphone zum Navigieren. Und ohne die Bluetooth-Verbindung kann ich während der Fahrt meine Lieblingsmusik nicht hören. Trotzdem will ich generell nicht, dass immer und überall jemand meinen Standort verfolgt. Zumal ich nicht weiß, wer dieser Jemand ist. Keine physische Person jedenfalls. Also kein reales Security-Unternehmen, das mich beschützen will. Wozu auch? Wird ein echter Sicherheitsdienst eigentlich auch via GPS geortet? Ich schweife ab.

iPhone_App_verwendet_Standort.jpg

Der Ortungswahnsinn auf dem Smartphone

Der Gedanke an die Überwachung lässt mich nicht los. Daheim schaue ich mir unter „Datenschutz und Ortungsdienste“ an, welche Apps wann auf meinen Standort zugreifen und selektiere. Bei der Fitness-App halte ich das Ganze für sinnvoll. Die soll mich schließlich jeden Abend loben, weil ich mich besonders viel bewegt habe. Oder die „Freunde-App“ die ich (mit Zustimmung!) nutze, wenn ich mal wieder Besuch von zwei Leuten aus der alten Heimat erwarte und ich neugierig bin, wann die beiden wohl endlich ankommen. Aber wie wäre es, wenn über eine solche App beispielsweise auch mein Arbeitgeber wüsste, wo ich mich aufhalte? Keine angenehme Vorstellung. Und wie denken Mitarbeiter der Sicherheitsbranche darüber, die mit dem Thema Überwachung täglich zu tun haben?

Was GPS für den Sicherheitsdienst bedeutet

Eines der Features unserer Software lautet knapp „GPS-Ortung“. Der Begriff und die Funktionsweise sind mir natürlich klar. Mit den Möglichkeiten, geschweige denn den Problemen, die GPS für einen Sicherheitsdienst bedeuten, habe ich mich noch nicht genauer beschäftigt. Bis jetzt.

Wozu ist die Ortungsfunktion von COREDINATE eigentlich da?

Um beispielsweise einen Einsatz mit Teammitgliedern besser koordinieren zu können. GPS ist sinnvoll bei einer Außenveranstaltung, an der mehrere Mitglieder des Sicherheitsdienstes beteiligt sind. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, kann die Dienstleitung orten, wo sich der nächste Mitarbeiter befindet, um den Kollegen zu unterstützen.
Auch im umgekehrten Fall ist GPS hilfreich und zwar, wenn ein Alleinarbeiter im Sicherheitsdienst seinen Kontrollrundgang absolviert. Sollte er verunglücken, kann er schnell geortet werden und Hilfe bekommen.

Was kann die GPS-Funktion – theoretisch – auch?

Mitarbeiter überwachen, ob sie auch wirklich das tun bzw. dort sind, wo sie sein sollen. Oder ob sie die Arbeitszeiten zum Brötchenholen nutzen. Das mag gerade bei Personen im Außendienst interessant sein. Im schlimmsten Fall kann ein Vorgesetzter sogar nachvollziehen, wo sein Angestellter seine Freizeit verbringt. Meiner Meinung nach spielt dabei gegenseitiges Vertrauen eine wichtige Rolle. Das reicht allerdings nicht, besagt jedenfalls das Bundesdatenschutzgesetz.
Warum Arbeitgeber zur Nutzung von GPS – auch im Sicherheitsdienst – eine Einwilligung der Beschäftigten benötigen, erfahren Sie hier.

Ich bin froh, dass GPS ein mittlerweile nützlicher Standard ist. Und noch mehr, dass ich diesen Standard auf meinem Smartphone jederzeit deaktivieren kann.

News in eigener Sache

Den Entwicklern von COREDINATE ist es gelungen, die Möglichkeiten, die GPS bietet, effektiv im Assistenzsystem umzusetzen. Seit dem Update von Juni 2019 lassen sich GPS-Punkte (nach klassischen NFC-Tags und Beacons) in Rundgänge integrieren. So funktioniert's.

Geschrieben von
Anja Merz, Marketingmitarbeiterin bei COREDINATE
Anja Merz
Marketing
Anja Merz ergänzt als Grafikerin und Texterin das COREDINATE Marketing-Team. In ihren Blogbeiträgen nimmt sie sich die Freiheit, relevante Themen zu den Bereichen Sicherheit und Wartung auch mal aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten.

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