Sicherheitsdienste – zu Unrecht unterschätzt

Gepostet Von Anja Merz am 24. Sep. 2018


Sicherheitsdienste – überflüssiger Luxus?

Beiträge von COREDINATE können kontroverse Diskussionen auslösen. „Qualifikation als Allheilmittel in der Sicherheit“ und „Warum Sicherheitsmitarbeiter nicht die notwendige Anerkennung erhalten“ sorgten für regen Austausch auf Facebook. Anlass genug, um das Thema nochmal von einer etwas anderen Seite aufzugreifen. Von einer sehr unwissenden. Denn: Wozu braucht man eigentlich Sicherheitsdienste?

„Qualität hat ihren Preis“ ist keine Floskel. Denn allein der gesunde Menschenverstand sagt uns: Preisdumping hat Qualitätsverlust zu Folge. Will die Industrie billiger produzieren, werden minderwertige Rohstoffe verwendet. Oder weniger Mitarbeiter müssen in kürzerer Zeit mehr Leistung erbringen bzw. für weniger Geld arbeiten. Was entweder zur Überforderung oder zu Unterqualifizierung führt. Im Endeffekt leidet der Endverbraucher. Z.B. unter Produkten mit Mängeln oder vielleicht auch nur unter leichten Gewissensbissen. Können wir wirklich erwarten und verantworten, Hochwertiges zu Spottpreisen zu verlangen? Betroffen von diesem Prozess sind neben Konsumgütern und Nahrungsmitteln natürlich auch Dienstleistungen. Wie in unserem Fall die Sicherheitsbranche.

Dabei steht ausgerechnet Sicherheit laut Umfragen in Deutschland unter den Top Five des aktuellen Werte-Index. Sollten Auftraggeber, Kunden, die Regierung, nicht entsprechend investieren? Oder anders gefragt: Wie sähe unsere Gesellschaft/unser Alltag aus, wenn wir auf Leistungen von Sicherheitsdiensten verzichten müssten?
An diesem Punkt bietet es sich an, wilde Szenarien von Ausnahmezuständen zu kreieren. Stattdessen kapituliere ich. Denn ich habe nur eine vage Idee, wo Sicherheitsunternehmen zum Einsatz kommen. Mir fallen Discotheken oder Veranstaltungen ein, bei denen als „Security“ ausgewiesene Menschen Einlasskontrollen durchführen. Oder ich denke an Männer und Frauen, die mit ernstem Gesicht, dunkler Kleidung und Funkgerät hinter irgendwelchen Absperrungen stehen.

Sicherheitsdienst im Einsatz auf einer Großveranstaltung

Wert und Gegenwert

Ich sehe mir unsere Referenzen an und picke mir einige COREDINATE-Kunden heraus. Das Leistungsspektrum ist breit. Es reicht von Veranstaltungsschutz über Werk- und Objektschutz, Revier- und Objektkontrollen, Personenschutz, Gastronomie-Security, Handelsschutz, Baustellenbewachung etc. bis hin zur Flughafensicherheit. Garantiert wird die Liste länger, wenn ich mich ausführlich mit dem Thema auseinandersetze. Und garantiert stehe ich mit meiner Unwissenheit nicht allein da. Dass beispielsweise Museen unter Objektschutz fallen, womit die Bewahrung von Kulturgütern zum Teil auf das Konto der Sicherheitsbranche geht, war mir nicht bewusst. Weil alles, was sich in das Alltagsbild einfügt (wie eben ein Wächter im Museum) für uns als selbstverständlich gilt und deswegen nicht bewusst wahrgenommen wird. Oder, weil viele der Dienstleistungen unsichtbar im Hintergrund ablaufen. Wer nicht unmittelbar betroffen ist, hat keine Ahnung davon, welche Tätigkeiten genau anfallen. Im schlimmsten Fall trifft das sogar auf den Auftraggeber zu.

Hier könnte Aufklärungsarbeit wichtige Dienste leisten, damit der Kunde den Wert seiner bestellten Dienstleistung korrekt einschätzt. Für eine optimale Transparenz gegenüber dem Auftraggeber, bietet COREDINATE mit Funktionen wie Ereigniserfassung, Auswertung und Kundenzugriff eine richtig gute Lösung an.

Aber wie sensibilisiert man diejenigen, die letztendlich von den Tätigkeiten profitieren? Also ahnungslose Normalbürger wie mich? „Sicherheitsdienst? Security? Warum, ist doch nix passiert!“ Eben. Damit solche Äußerungen nicht immer wieder fallen.
Wie können sie ein Gespür dafür entwickeln, dass nicht Bund und Länder alles regeln, sondern viel Unterstützung von privaten Sicherheitsdiensten erfolgt bzw. manche Bereiche komplett übernehmen? Dass es sich um anspruchsvolle und wichtige Aufgaben handelt, die Sicherheitsmitarbeiter ernstnehmen und gewissenhaft durchführen? Und im Gegenzug wertgeschätzt und fair bezahlt werden müssen?

Nix passiert? Tolle Leistung!

Ganz ehrlich? Ich bin momentan überfragt, wie diese Informationen an die breite Masse gelangen. Aufmerksamkeit erzeugt die Security-Branche höchstens durch Negativ-Schlagzeilen. Weil positive Nachrichten langweilig sind. Verehrte Sicherheitsdienste, postet es, wenn eine ruhige Veranstaltung auf euer Konto geht. Vielleicht erntet ihr auf ein “Schon wieder nichts passiert!” das ein oder andere “Gefällt mir!“

Ich selbst kann auch nur klein anfangen – bei mir. Meine Ahnungslosigkeit durch bewusste Recherche ausschalten. Und das tun, was ich in meinem Beruf gelernt habe: Kommunizieren. Vielleicht liest zufällig ein weiterer „Normalbürger“ diesen Beitrag. Jemand, der sich nicht nur für die hetzende Schlagzeilen interessiert.
Ganz persönlich: Ich find’s super, dass in vielen Städten Parkplätze von Sicherheitsdiensten bewacht werden. Dass ich mich in der Nähe einer Groß-Demo frei bewegen oder abends Konzerte besuchen kann. Dass jemand eingreift, wenn z. B. durch zu viel Alkohol Pöbeleien entstehen. Ich möchte mich sicher fühlen. Auch in Zukunft.

Danke für euren Einsatz.

Autorin des Blog-Beitrags

Anja Merz

Anja Merz

Marketing

Anja Merz ergänzt als Grafikerin und Texterin das COREDINATE Marketing-Team. In ihren Blogbeiträgen nimmt sie sich die Freiheit, die Themen Sicherheit, Wartung und Pflege auch mal aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten.

1 Kommentar

  1. Man möge sich tatsächlich eine Welt ohne Sicherheitsdienste vorstellen. Da fallen mir spontan zig Gegebenheiten ein und wenn ich darüber nachdenke, sicherlich noch deutlich mehr. Kaufhaus, Disco, Flughafen, U-Bahn, Museum.. Ich bin froh, dass es sie gibt und ich fühle mich durch ihre Anwesenheit auch besser. Hut ab vor dieser Branche!
    VG Gerald

    Kommentar absenden

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.