Was ist ein Alarmprofil?
Alarmprofile für die Arbeitsplatzabsicherung einrichten und festlegen, wer im Alarmfall wie benachrichtigt wird.
Stand 15.07.2026 · Portal 9.29 · Arbeiten im Portal · 5 min
Video: Alarmprofile einrichten (mit Ton)
In diesem Artikel
- Was ein Alarmprofil ist und wozu es dient
- Die drei Bausteine: Alarmkriterien, überwachte Geräte, Alarmempfänger
- Alle Alarmkriterien im Detail, inklusive der VDE-Vorgaben
- Wie Sie nur die Kriterien aktivieren, die Sie wirklich brauchen
Was ist ein Alarmprofil?
Damit das Online-Wächterkontrollsystem OWKS® weiß, welche Geräte und damit welche Mitarbeiter abgesichert werden sollen und wie im Alarmfall zu reagieren ist, brauchen Sie zunächst ein Alarmprofil.
Im Alarmprofil laufen alle drei wesentlichen Kriterien zusammen, die für die Arbeitsplatzabsicherung relevant sind:
- Alarmkriterien: Was löst einen Alarm aus? Worauf soll COREDINATE achten? Zum Beispiel wird ein Alarm ausgelöst, wenn der Mitarbeiter 5 Minuten lang inaktiv war.
- Überwachte Geräte: Welche Geräte werden überwacht? Zum Beispiel nur das Gerät aus Werk 1, nicht das aus Werk 2.
- Alarmempfänger: Wer wird im Alarmfall verständigt? Zum Beispiel nur zwei bestimmte Mitarbeiter aus der Einsatzzentrale.
Wo Sie Alarmprofile finden
Klicken Sie im Hauptmenü auf Arbeitsplatzabsicherung und dann auf Alarmprofile. Sie sehen die Liste Ihrer Alarmprofile und legen hier auch neue an. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu finden Sie im Artikel Alarmprofil anlegen und einstellen.
Die Alarmkriterien im Detail
In den Alarmkriterien legen Sie fest, worauf COREDINATE bei der Überwachung achten soll und ob überhaupt ein Alarmprofil nach VDE-Standard vorliegt. Alle Kriterien sind im Alarmprofil übersichtlich in Listenform dargestellt.
Bitte beachten Sie: COREDINATE fragt keine Bewegungssensoren aus dem Mobilgerät ab. Es wird also weder die Lage des Telefons noch eine Erschütterung erfasst.
Diese Kriterien stehen zur Verfügung:
Permanente Verbindungsprüfung: Das Gerät muss ständig eine Verbindung zum Server haben, sonst kann ein Alarm im Ernstfall womöglich gar nicht übertragen werden. Das System prüft die Verbindung kontinuierlich. Bricht sie ab, wird ein technischer Alarm ausgelöst.
Alarmschalter am Gerät: Über den roten Alarmknopf kann der Mitarbeiter einen willensabhängigen Alarm absetzen. Sobald der Knopf gedrückt wird, erfolgt ohne weitere Verzögerung ein Alarm.
Inaktivität bis zum Zeitalarm: Der Zeitraum, bis ein Zeitalarm ausgelöst wird, wenn der Mitarbeiter nicht am Gerät aktiv ist. Er darf laut DIN-Norm nicht kleiner als 5 Minuten und nicht größer als 30 Minuten sein. Den gewünschten Wert tragen Sie als Zahl in das Feld ein.
Voralarm: Die Zeitspanne, in der der Voralarm vor dem Zeitalarm ausgelöst wird, wenn der Mitarbeiter am Gerät nicht aktiv ist. Sie darf laut DIN-Norm nicht kleiner als 30 Sekunden und nicht größer als 120 Sekunden sein. Auch diesen Wert tragen Sie als Zahl ein.
Benötigt aktiven Alarmempfänger: Bestimmt, ob die Arbeit mit einem Gerät begonnen werden darf, wenn kein Alarmempfänger registriert ist. Nach der Anmeldung an der App wird durch Betätigen des roten Alarmknopfs ein Testalarm ausgelöst, den ein Alarmempfänger in der Empfangszentrale quittieren muss. Vorher kann sich der Mitarbeiter nicht an der App anmelden.
Betriebszustand nicht selbstständig zurücksetzbar: Aktiv, wenn der Mitarbeiter das Gerät nach einem ausgelösten Alarm nicht selbstständig in den Betriebszustand zurücksetzen darf.
Telefonnummer der Alarmzentrale: Hier geben Sie eine nicht öffentliche Telefonnummer an, zum Beispiel den Mobilfunkanschluss des Einsatzleiters oder das Festnetz einer zentralen Leitstelle für die Alarmintervention.
Bitte beachten Sie: In Deutschland ist es verboten, öffentliche Notrufnummern wie 110 oder 112 durch automatische Wählsysteme anrufen zu lassen.
Auswahl der relevanten Alarmkriterien
Sie bestimmen selbst, wie umfangreich die Arbeitsplatzabsicherung ausfallen soll. Das erfolgt ganz einfach über den Schalter beim jeweiligen Kriterium. Möchten Sie zum Beispiel nicht zur Bedingung machen, dass bei Dienstbeginn ein Alarmempfänger aktiv bestätigen muss, dass er empfangsbereit ist, stellen Sie den Schalter hinter Benötigt aktiven Alarmempfänger einfach von aktiv auf inaktiv.
Alle Kriterien müssen nur dann auf aktiv stehen, wenn der Alarm konform zu den Vorgaben der DIN V VDE V 0825-11 (Stand Dezember 2007) eingerichtet werden soll. Die Alarmfunktion von COREDINATE ist eng an diesen Vorgaben ausgerichtet.
Nur bei Geräten mit einer roten Alarmtaste ist es überhaupt möglich, alle Vorgaben nach VDE zu erfüllen. Aktuell kann COREDINATE deshalb nur mit bestimmten Geräten alle Funktionen nutzen. Sie können ein solches Gerät direkt in unserem Shop bestellen, den Sie über das Portal erreichen. Unser Vertrieb hilft Ihnen auch gerne am Telefon unter +49 9842/80491-20.
Sie können sich auch eine Art Arbeitsplatzabsicherung Light zusammenstellen. Sie greift zwar nicht auf alle Kriterien zurück, sichert Ihre Mitarbeiter aber immer noch deutlich besser ab als gar keine Vorrichtung.
Gut zu wissen
- COREDINATE prüft automatisch, ob alle Bedingungen für eine VDE-konforme Arbeitsplatzabsicherung erfüllt sind, und weist in der Detailansicht des Alarmprofils darauf hin. Sind alle Kriterien der VDE-Vornorm erfüllt, wird Ihnen das deutlich angezeigt.
- Welche Geräte ein Alarmprofil überwacht, legen Sie im Profil fest. Wie das geht, zeigt der Artikel Ein überwachendes Gerät hinzufügen oder entfernen.
- Was im Ernstfall passiert, erklärt der Artikel Was passiert im Alarmfall und wie ist darauf zu reagieren?