Wächterkontrollsysteme als Mittel der Mitarbeiterkontrolle?

Gepostet Von Sebastian Kulig am 06. Apr. 2016


Wächterkontrollsysteme als Mittel der Mitarbeiterkontrolle?

 

Alles Kontrolle oder was?

Online Wächterkontrollsysteme wie COREDINATE können viel. Kontrollpunktscans können ausgelesen und Rundgänge nachverfolgt wehttps://www.coredinate.de/produkte/sicherheitrden – alles in Echtzeit. In Zeiten erhitzter Debatten über Datenschutz und Mitarbeiterkontrolle durchaus ein Reizthema. Grund genug, einen möglichen Missbrauch zu hinterfragen.

 

Ein notwendiges Werkzeug

Jeder Unternehmer in der Sicherheitsbranche dürfte diese Situation schon einmal erlebt haben: Im bewachten Objekt fand ein Einbruch statt und es folgt unweigerlich die Frage: „Wo war der Wachdienst?“. Diese Frage stellen sich Bewachungskunden wohl schon seit der Erfindung des Wachdienstes selbst, denn dafür, in genau diesem Moment zur Stelle zu sein, bezahlen Sie ja ihren Dienstleister.

COREDINATE für die Sicherheit

Über diese Erwartungshaltung des Kunden lässt sich natürlich streiten und nicht selten fordern gerade diejenigen Kunden einen lückenlosen Schutz, die am wenigsten dafür ausgeben wollen. Trotzdem ist es gut für den Sicherheitsdienst (und im Haftungsfall unter Umständen überlebenswichtig), wenn er belegen kann, dass er seinen Dienst vereinbarungsgemäß erbracht hat und die relevanten Stellen im Rahmen seines Rundgangs besucht hat.

Um genau dies zu belegen, gibt es Wächterkontrollsysteme, die die Anwesenheit der Sicherheitskraft an einer bestimmten Stelle dokumentieren. Ein Wachdienst wirkt im Wesentlichen schon durch seine Präsenz und in der Folge durch Abschreckung. Um diese Präsenz zu dokumentieren, gibt es Wächterkontrollsysteme, die damit ebenso zur täglichen Ausrüstung des Wachdienstes gehören wie Uniform und Taschenlampe.

 

Eine neue Form der Mitarbeiterkontrolle?

Wächterkontrollsysteme sind keine neue Erfindung, soviel steht fest. Geändert hat sich letztlich nur die zu Grunde liegende Technik. Wurden früher mechanische Uhren am Mann getragen, setzte sich die Entwicklung im Laufe der Jahre über induktive Datensammler fort (Deister, Benzing etc.) und gipfelt nun in Online Wächterkontrollsystemen.

Warum diese Entwicklung? Weil damit das lästige Auslesen der Datensammler entfällt? Weil überhaupt die Anschaffung teurer Datensammler entfällt? Sicher, aber nicht alleine aus diesen Gründen. In einer Zeit, in der Nachrichten in wenigen Sekunden versandt sind und eine Antwort ebenso schnell erwartet wird, in einer Zeit, in der jegliche Information ohne Zeitverzögerung verfügbar ist, erscheint es einfach nicht mehr zeitgemäß, den Kunden auf gewünschte Informationen so lange warten zu lassen, bis ein Datensammler ausgelesen oder die dazugehörige Auswertung aufbereitet wurde.

Dass auch Wächterkontrollsysteme diesem Trend der „Datendynamik“ eines Tages folgen würden war also abzusehen. Letztlich hat sich also nur die Geschwindigkeit geändert, in der diese Daten vorliegen, nicht die Daten an sich. Nach wie vor sieht man lediglich, wann sich die Sicherheitskraft an welcher Stelle ihres Rundgangs befunden hat – eine Information, die man schon seit ewigen Zeiten erhoben hat, nur ist sie nun eben schneller verfügbar.

 

Es liegt in der Hand des Benutzers

Mit Daten ist es wie mit Werkzeugen: Man kann sie zum eigentlichen Zweck verwenden und damit eine nützliche Aufgabe erledigen – oder sie zu ganz anderen Zwecken missbrauchen. Ein gutes Wächterkontrollsystem ist durchaus im Stande, die Qualität eines Sicherheitsdienstes auf ein neues Niveau zu heben. Dies hängt nicht zuletzt davon ab, wie die Daten interpretiert und mit den Mitarbeitern kommuniziert werden. Nimmt der Vorgesetzte sein Team mit und nutzt aufgefallene Fehler zu sachlicher Kritik und gute Arbeitsergebnisse zu Lob, können die Arbeitsergebnisse aus dem Wächterkontrollsystem viel Gutes bewirken.

Einen ganz anderen Aspekt sollte man auch nicht außer Acht lassen: Die meisten Jobs im Bewachungsgewerbe sind Einzelarbeitsplätze, die auch noch zu eher „einsamen“ Zeiten wie nachts und am Wochenende ausgeübt werden. Sollte es hier zu einem Unfall kommen, kann die letzte Position des Mitarbeiters – egal ob anhand von Kontrollpunktscans oder GPS – von unschätzbarem Wert sein.

Letztlich kann man wohl sagen, dass es in der Hand des Benutzers liegt, ob er ein Wächterkontrollsystem nur zur stumpfen Mitarbeiterkontrolle nutzt und damit durchaus Konflikte mit der Belegschaft provoziert oder ob er das eigentliche Potential solcher Systeme nutzt, um seine Mitarbeiter zu motivieren und abzusichern. Neu ist die Idee der Standortdokumentation jedenfalls nicht und – spätestens bei der nächsten Haftungsfrage – ebenso unverzichtbar.

Autor des Blog-Beitrags

Sebastian Kulig

Sebastian Kulig

Geschäftsführer

Sebastian Kulig ist Geschäftsführer von COREDINATE und für die Fachbereiche Vertrieb und Finanzen zuständig. In unserem Blog berichtet er in regelmäßigen Abständen von neuen Branchentrends und interessanten Lösungsansätzen.

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