Wächterkontrollsystem mit Nachtsicht – Teil 1

Gepostet Von Sebastian Kulig am 10. Nov. 2016


Wächterkontrollsystem mit Nachtsicht – Teil 1

 

Interessante Kombination

Strenggenommen ist das Wächterkontrollsystem COREDINATE reine Software – gerade das macht die Lösung aber so flexibel. Eine besonders spannende Kombination ergibt sich, wenn man die COREDINATE App auf dem neuen S60 von Caterpillar installiert. Was dabei herauskommt? Nichts weniger als ein Wächterkontrollsystem mit Nachtsichtfunktion.

 

Nachtsichttechnik – verschiedene Welten

Die „eine Nachtsichttechnik“ gibt es nicht. Vielmehr ist das die Überschrift für verschiedene technische Ansätze beim Versuch, ein Umgebungsbild bei schlechten Lichtverhältnissen für das menschliche Auge sichtbar zu machen. Grob gesagt, teilt sich diese Technik in zwei Lager: Restlichtverstärker, die – wie der Name schon sagt – das noch vorhandene Licht verstärken und so für uns sichtbar machen und Wärmebildkameras, die unterschiedliche Wärmesignaturen für uns sichtbar machen.

Bei den Restlichtverstärkern wird oft mit einer mehr oder weniger sichtbaren Lichtquelle nachgeholfen, denn bei absoluter Dunkelheit ist auch bei dieser Technik Schluss. Grundsätzlich gilt hier: Teurer ist auch besser. Geräte, die mittlerweile sogar im Supermarkt zu finden sind, eignen sich eher für Dämmerlicht und wenn man an das Bild keine großen Anforderungen stellt. Interessant wird es ab der sogenannten Generation 3, die dann allerdings durchaus mit Preisen um 2.000 Euro zu Buche schlägt. Frischen Wind bringt hier die digitale Bildtechnik, die zum einen im Gegensatz zu den bisher verwendeten Röhren verschleißarm arbeitet und zum anderen auch wesentlich günstiger ist.

Eine ganz andere Welt ist hier die Wärmebildtechnik. Hier wird nicht darauf gesetzt, noch vorhandenes Licht so gut wie möglich zu verstärken. Diese Technik benötigt sogar überhaupt kein Restlicht, kann also auch bei absoluter Dunkelheit oder bei Nebel und Rauch arbeiten. Bei der Wärmebildtechnik wird die Wärmestrahlung, die ein Objekt entwickelt, sichtbar gemacht. Da so ziemlich jedes Lebewesen Wärme abstrahlt, heben sich Mensch und Tier sichtbar von der Umgebung ab und sind somit leicht auszumachen. Verwendung finden solche Systeme deshalb oft bei Feuerwehr oder Grenzschutz, um Personen leichter auffinden zu können. Da defekte oder wartungsbedürftige Anlagen ebenfalls oft Reibungshitze entwickeln, werden Wärmebildkameras aber auch von Technikern bei der Instandhaltung verwendet.

 

Anwendungsfall Wachdienst

Dass Nachtsichttechnik auch für die Sicherheitsbranche interessant ist, liegt auf der Hand – schließlich wird diese Dienstleistung in der Regel nachts gebraucht. Und da ungebetene Gäste meist im Schutze der Nacht tätig werden, wäre es interessant, hier gegenzusteuern. Zudem kennt wohl jeder in unserer Branche diese Situation: Man betritt eine Lagerhalle und blickt erstmal in ein riesiges schwarzes Loch. Wohl dem, der einen Diensthund dabei hat, denn selbst eine Taschenlampe leuchtet in der Regel nur eine relativ enge Schneise aus. Eine ähnliche Situation ergibt sich oft bei der Freifeldbewachung (z. B. Solarfelder oder Baustellen), bei der sich nicht selten eine einzelne Sicherheitskraft mehreren Hektar Wald und Wiese gegenüber sieht.

In solchen Fällen ist ein Restlichtverstärker schon recht praktisch, insbesondere, wenn der Mond noch etwas Restlicht übrig lässt. Nahezu ideal ist hier jedoch eine Wärmebildkamera. Das große Plus dieser Technik: Alle Lebewesen heben sich durch die Wärmesignatur sofort von der Umgebung ab und können leicht als „beweglicher heller Punkt“ identifiziert werden. Ein Blick in die Lagerhalle oder über den Acker genügt also, um sich zumindest einen ersten Überblick zu verschaffen.

Wärmebild aufgenommen mit FLIR

Natürlich gibt es auch für solche Systeme Grenzen. Obwohl die Wärmebildtechnik trotz des jüngsten Preisrutsches normalerweise noch teurer als die Restlichttechnik ist, darf man keine brillanten Bilder erwarten. Auf 100 Metern einen Menschen von einem Reh unterscheiden zu können, dürfte schon schwer werden, wenn man nicht gleich mehrere Tausend Euro in die Hand nehmen möchte. Zudem arbeiten Wärmebildkameras bei der Darstellung mit Kontrasten – hat alles im Bildausschnitt fast die gleiche Temperatur (z. B. durch Abkühlung bei starkem Regen), verschwimmt das Bild eher zu einem Brei, bei dem es schwer wird, noch Personen zu erkennen.

 

Das Caterpillar S60

Ein System ist nur so gut wie jedes seiner Einzelteile. Für unsere Kunden sind wir deshalb immer auf der Suche nach geeignetem Equipment, das ideal mit COREDINATE zusammenspielt. Dabei sind wir kürzlich auf das S60 von Caterpillar gestoßen. Dieses Unternehmen vertreibt – neben den Baumaschinen, für die es bekannt ist – auch ergänzendes Zubehör für den harten Arbeitseinsatz.

Grundsätzlich ist das S60 ein normales „ruggedized“, also gepanzertes, Smartphone mit Android 6.0 als Betriebssystem. Zudem liegt NFC vor, was eine weitere Voraussetzung für den Einsatz mit COREDINATE ist. Es verfügt über einen 4,7 Zoll Bildschirm mit HD-Auflösung, einen starken Akku mit fast 4.000 mAh und ist IP68-zertifiziert. Das Gerät kann demnach also „dauerhaft untergetaucht“ werden und ist „staubdicht“. Hält man es in Händen, macht es auch einen entsprechend wertigen Eindruck. So weit, so normal!

S60 Caterpillar - Wärmebildkamera

 

Was dieses Smartphone jedoch von praktisch jedem anderen Modell unterscheidet, ist die Integration einer Wärmebildkamera des Herstellers Flir. Sicher, zu den zierlichsten Modellen gehört dieses Handy schon aufgrund seiner Panzerung nicht (Abmessungen: 73,4 x 147,9 x 12,95 mm), trotzdem ist es erstaunlich, wie gut es gelungen ist, die Wärmebildtechnik in das Gehäuse des Smartphones zu integrieren. Macht man sich bewusst, dass man für sein Geld nicht nur ein aktuelles und gepanzertes Smartphone erhält, sondern auch noch eine integrierte Wärmebildkamera, erscheint der angepeilte Preis des Herstellers von 649 Euro sehr angemessen.

 

Praxistest

Auf der Produktseite wirbt der Hersteller eher mit dem Einsatz für die Instandhaltung, um Überhitzungen an Maschinen rechtzeitig feststellen zu können. Im Rahmen dieses Beitrags interessiert uns jedoch, ob ein Einsatz im Rahmen der Bewachung auch Sinn machen kann bzw. ob das Smartphone diesen Anforderungen gewachsen ist.

Natürlich darf man bei dieser Miniaturbauweise keine Wunder hinsichtlich der Bildqualität erwarten, was sich auch bei unserem Test so bestätigt hat. Damit man die Person vor der Linse noch als Mensch erkennen kann, sollte sich diese nicht viel weiter als 10 bis 20 Meter entfernt aufhalten. Die gute Nachricht: Auch bei weiteren Distanzen erkennt man zumindest noch einen hellen Fleck, dem man – insbesondere wenn sich dieser bewegt – bei der Bewachung etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Also im Wachdienst nur ein nettes Spielzeug oder hat diese Technik seine Daseinsberechtigung? Bei Verdachtsmomenten, in denen man sich nach verdächtigen Geräuschen oder Bewegungen einen Überblick verschaffen möchte, kann das S60 durchaus gute Dienste leisten. Eine Halle nach Lebewesen abzusuchen (Klassiker: Ratte und Bewegungsmelder) gelingt dabei ebenso wie ein erster Scan des Innenhofs. An die Grenzen kommt das S60 hingegen bei weiteren Distanzen und die Überwachung eines Solarfeldes dürfte schwierig werden. Ein bloßes Spielzeug ist dieses Smartphone trotzdem bei weitem nicht – Respekt an den Hersteller für diesen mutigen Schritt.

Folgt dieses System dem allgemeinen Trend, wird es wohl tendenziell immer besser und gleichzeitig preiswerter. Spätestens dann spricht nichts gegen einen flächendeckenden Einsatz im Wachdienst. Kombiniert mit COREDINATE schlägt man eine weitere Fliege mit nur einer Klappe:

  • Diensthandy
  • Wächterkontrollsystem
  • Nachtsichtgerät

Kunden von COREDINATE steht das S60 von Caterpillar ab sofort im Shop zur Verfügung!

Weitere Informationen zu COREDINATE gibt es hier.

Soweit Teil 1 unseres Blogbeitrags „Wächterkontrollsystem mit Nachtsicht“. Lesen Sie hier Teil 2, in dem wir durch den Aufsatz „FLIR ONE“ ein normales Android Smartphone zur Wärmebildkamera machen: Wächterkontrollsystem mit Nachtsicht – Teil 2

Aufsatz FLIR ONE - Wärmebildkamera

 

Bilder: COREDINATE, Caterpillar, FLIR

 

Autor des Blog-Beitrags

Sebastian Kulig

Sebastian Kulig

Geschäftsführer

Sebastian Kulig ist Geschäftsführer von COREDINATE und für die Fachbereiche Vertrieb und Finanzen zuständig. In unserem Blog berichtet er in regelmäßigen Abständen von neuen Branchentrends und interessanten Lösungsansätzen.

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