7 Fehler bei der Existenzgründung im Sicherheitsgewerbe

Gepostet Von Daniel Karl am 01. Aug. 2017


 

7 Fehler bei der Existenzgründung im Sicherheitsgewerbe

Wie in jeder anderen Branche, gibt es auch im Sicherheitsgewerbe Dinge, die man bei der Gründung des eigenen Sicherheitsdienstes beachten sollte. Wenn Sie die folgenden Punkte beherzigen, vermeiden Sie zumindest die häufigsten Fehler.

 

Kleine Ursache, fatale Wirkung

Es ist wie so oft im Leben: Es sind die kleinen Dinge, die man zunächst eher unbeachtet lässt, die sich dann im Hintergrund aufstauen und zu echten Problemen heranwachsen. Mit den folgenden Punkten verhält es sich ähnlich. Keiner dieser Punkte alleine würde ein gesundes Sicherheitsunternehmen wohl in Bedrängnis bringen – oder könnten zumindest noch behoben werden. Treten sie allerdings geballt auf, können Sie durchaus die Existenz des Unternehmens bedrohen. Welche Punkte das sind, sehen wir im Folgenden.

 

1. Bilde Rücklagen

Wer keine Rücklagen hat, wird zum Spielball von Gläubigern und Banken. Mit Rücklagen sollte man in der Lage sein, das Unternehmen mindestens ein, besser zwei bis drei Monate ohne Geldzuflüsse von außen weiterzuführen. Wichtig: Bereits bei der Anmeldung des eigenen Gewerbes sollte Startkapital gespart werden. Schließlich müssen Anschaffungen getätigt und die ersten Mitarbeiter bezahlt werden – das Geld der Kunden kommt nämlich meist zeitversetzt und wesentlich später. Gründet man sein Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit heraus, bietet die Arbeitsagentur unter Umständen interessante Existenzgründungszuschüsse.

 

2. Behörden sind Deine Freunde

Bei diesem Punkt hat natürlich jeder sofort wieder den griesgrämigen Beamten vor Augen, der sich vor allem daran erbaut, einem das Leben möglichst schwer zu machen. Dies kann natürlich immer noch vorkommen, auch wenn diese Spezies zunehmend vom Aussterben bedroht ist. Aber egal wie schwer oder leicht es Ihnen die Dame oder der Herr vom Amt machen: Sie sind absolut auf eine reibungslose Zusammenarbeit mit den Behörden angewiesen! Über uns erstreckt sich ein Netz aus Ämtern, die sich im Zweifelsfalle gegenseitig informieren, wenn Sie in Ungnade fallen. Was hat eine schnöde AOK mit Ihrem Unternehmenserfolg zu tun? Ganz einfach: Sie zieht für alle Sozialversicherungsträger die Beiträge ein. Zahlen Sie nicht oder zu spät, wird direkt Ihr Eigentum vollstreckt und Sie sind bei öffentlichen Aufträgen fortan tabu. Von den Kollegen bei Ordnungsamt, Zoll und Finanzamt ganz zu schweigen.

 

3. Was Du verdienst, hast Du NICHT netto

Viele Existenzgründer scheitern an einem einfachen Verständnisproblem: Aus dem vorherigen Job wurden alle Abgaben direkt vom Arbeitgeber einbehalten und was auf dem Konto einging, stand komplett zur Verfügung. In der Selbständigkeit ist das nicht mehr so! Es gibt hier keinen Arbeitgeber mehr, der die Abgaben einbehält – dafür ist man jetzt selbst verantwortlich. Das Problem ist der Zeitversatz, denn was Sie wirklich verdient haben und welche Abgaben Sie darauf zahlen müssen, wissen Sie erst am Jahresende. Teilen Sie diesen Verdienst dann dem Finanzamt mit, vergehen in der Regel noch einmal etliche Wochen, bis Sie genau wissen, welchen Betrag Sie an die Staatskasse abdrücken müssen. Derjenige, der bis dahin nicht widerstehen konnte und das eingehende Geld ausgegeben hat, trifft beim Eingang des Zahlungsbescheids dann die volle Härte. Deshalb: Halten Sie sich an Punkt 1 und bilden Sie Rücklagen. Eine regelmäßige Vorauszahlung auf Basis einer Schätzung kann in der Zwischenzeit Sinn machen. Sprechen Sie ergänzend mit dem Finanzamt und/oder Ihrem Steuerberater.

Symbolbild: © K.C. / Fotolia

4. Bezahle Deine Mitarbeiter IMMER

Die wenigsten Aufträge in der Bewachung kann man alleine übernehmen. Die Mitarbeiter, die einen dann bei der Umsetzung des Auftrags unterstützen, tun dies wiederum selten aus Langeweile. Ihr Team ist ebenso auf ein geregeltes Einkommen angewiesen wie Sie selbst. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern diesen Anspruch vorenthalten, ist das nicht nur moralisch und rechtlich verwerflich, es beginnt auch für Sie eine Abwärtsspirale. Auf unbezahlte Mitarbeiter werden Sie bei künftigen Aufträgen sicher nicht mehr zurückgreifen können und hat sich erst der Ruf einer schlechten Zahlungsmoral etabliert, sieht es auch mit neuen Mitarbeitern schlecht aus. Ohne Team keine neuen Aufträge, ohne neue Aufträge kein Geld um die offenen Löhne aus der Vergangenheit zu zahlen.

 

5. Passe Deine Preise an

Sind die ersten Aufträge gesichert und gehen die ersten Umsätze ein, ist das durchaus ein erhebendes Gefühl. Trotzdem will ein Auftrag gepflegt werden. Ein gutes Verhältnis zum Kunden ist da immer hilfreich. Aber nur, wenn dieses gute Verhältnis nicht zu einseitig zu Ihren Ungunsten ausfällt. Kurz gesagt: Ihr Kunde hat natürlich das Interesse, den vereinbarten Preis möglichst lange zu halten (oder gar zu drücken). Dies wiederum kann jedoch nicht in Ihrem Interesse liegen, denn auch Ihre Ausgaben steigen. Tariflöhne werden ebenso laufend angehoben wie die Preise für Ihre Ausrüstung (Fahrzeuge, Uniformen etc.) oder die Miete für Ihr Büro. Passen Sie Ihre Preise deshalb in regelmäßigen Abständen an, um dieser Entwicklung gegenzuwirken. Sie verdienen dadurch nicht unbedingt mehr – aber eben auch nicht weniger als vorher.

 

6. Sei erreichbar für Deine Kunden

Insbesondere am Anfang der Existenzgründung muss der Chef schon noch selber in den Einsatz. Dabei fallen meist Nachtschichten an, die dem Rhythmus Ihrer Kunden genau entgegenstehen. Sie arbeiten, während Ihre Kundschaft schläft und schlafen, wenn Ihre Kundschaft arbeitet. Daraus ergibt sich ein echtes Erreichbarkeitsproblem mit negativen Folgen. Will Sie Ihr Kunde erreichen, kann es durchaus den Eindruck einer „Hinterhof-Firma“ machen, wenn sich nur die Mobilbox meldet oder niemand das Telefonat annimmt. Zudem besteht die Gefahr, dass wichtige Informationen auf der Strecke bleiben. Sorgen Sie dafür, während der üblichen Geschäftszeiten, also zumindest von 8 bis 17 Uhr, erreichbar zu sein. Wenn niemand aus Ihrer Familie für diese telefonische Bereitschaft in Frage kommt, kann es Sinn machen, eine externe Hotline damit zu beauftragen. Die Kosten dafür sind meist sehr überschaubar und Ihr Kunde hat beim nächsten Anruf einen echten Menschen an der Leitung.

 

7. Investiere in Ausrüstung

Bewachung ist ein Handwerk. Nehmen Sie sich ein Beispiel an guten Handwerkern, die wiederum gutes Werkzeug verwenden – nur so kann das Ergebnis stimmen. Ein paar Punkte schreibt hier sogar die Berufsgenossenschaft im Rahmen ihrer Unfallverhütungsvorschriften vor. So gehört gutes Schuhwerk für Ihr Team zum absoluten Minimum und kann langwierige Ausfälle durch Umknicken oder Ausrutschen verhindern. Eine gute Taschenlampe schreibt Ihnen der Gesetzgeber nicht vor, Sie motivieren aber Ihre Mitarbeiter damit. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, sich Ihrem Kunden gegenüber als sauberes und modernes Unternehmen zu profilieren.

Nutzen Sie unser Wächterkontrollsystem COREDINATE, zeigen Sie sowohl Ihrem Team als auch Ihrem Kunden, dass Sie mit der Zeit gehen. Ihre Mitarbeiter müssen keine teuren und altmodischen Datensammler mehr zusätzlich mit herumschleppen. Es genügt das Diensthandy mit Android-Betriebssystem. Ihr Kunde wiederum profitiert von automatischen Berichten und Auswertungen. Sie können ihm sogar einen eigenen Zugang in das System einräumen und so echte Transparenz signalisieren.

 

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Autor des Blog-Beitrags

Daniel Karl

Daniel Karl

Leiter Marketing

Daniel Karl ist bei COREDINATE für den Fachbereich Marketing zuständig. In unserem Blog berichtet er in regelmäßigen Abständen von praxisbezogenen Tipps und interessanten Empfehlungen.

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